wie schon öfter erwähnt sind frauenpartys eigentlich ja nicht soo die neuheit – im bewusstsein der göttinger checkerkids offenbar leider schon. doch etwas scheint schon länger im argen und man sich eben jene party-diskussion als projektionsfläche längst herbeigesehnt zu haben… doch what’s the point?
freiraumkonzepte (auch wenn sie noch so differenziert vorgebracht werden – niemand hier glaubt ernsthaft, es gäbe durch sie den communismus, aber manche glauben ernsthaft andere glaubten ernsthaft, es gäbe durch sie den communismus…) gelten als old school (unterstellung: siehe vorherige klammer), frauenpartys gelten als old school (unterstellung: differenzfeminismus) und irgendwie muss man ja auch mal POP sein (dürfen).
jaja. ja. stimmt. strategie um den mobilisierungsgrad zu erweitern, mainstream – das sind doch auch nur menschen. jaja. nich nur im keller feiern. jaja. anbindung und so. jajajaja.
aber birgt dieses anbiedern nicht auch die beruhigende option, mal ganz geschlechterrolle zu sein? sich zwischen allen checkern, mackern und normalen typen ganz ungeniert als checker, macker und normaler typ zu verhalten? sich munter wie ein fischlein im wasser des pop-mainstream zu tummeln um dort zwar nebenbei mal zu irritieren, aber im wesentlichen nix zu ändern?
sexismus ist irgendwie scheiße, homophobie auch. das steht ja für alle fest… aber dann, dann geht’s auf einmal ums eigene verhalten. und um… ja um was geht es eigentlich?
einer sich gegen antisexistische und feministische positionen wendenden haltung, haftet immer auch der tabubruch an. jede*r hatte schon mal nen antisexismus-reader in der hand, das muss reichen. doch frauen:lesben:trans partys und feministischen interventionen, antisexistischen projekten und strukturen wird eine repressive und ausschließende praxis vorgeworfen, die als rückschrittig und anti-emanzipatorisch kategorisiert wird. die eigene position – die des sich als antisexisten verstehenden szene-typen – gerät hier erstmals in eine als unterlegen wahrgenommene position („warum darf ich da heut nich rein?“), der aufschrei dagegen ist der des rebells, des tabubrechers. herbeihalluziniert wird sich eine unterdrückende, lustfeindliche, verklemmte und dennoch mächtige feministische position, der es unsachlich und abschätzig entgegenzutreten gilt.
doch dabei werden reale machtverhältnisse des warenproduzierenden patriarchats oder patriarchal vermittelten kapitalismus verkehrt und ausgeblendet. nicht jenes strukturelle moment gibt den anstoß, das eigene verhalten bzw. die gestaltung von partys etc. zu überdenken, sondern das nicht-anerkennen erzeugt einen abwehrreflex: was verteidigt werden muss, ist der selbstbewusstseinskult der sich auch aus der pop-attitüde speist. verteidigt werden soll der spaßfaktor (ziemlich frei nach dem motto „wenn ich nicht tanzen kann, dann ist es nicht meine…“ und so weiter) um jeden preis, droht doch der rückfall ins finstere zeitalter der isolation (?).
nö, meinen wir.


